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Aus dem SFZ Hamburg

Das GYPT-Team holt sich das Ticket für das Bundesfinale

Logo des GYPT

Aufgabenstellung zu "Wind Speed" auf der Wettbewerbseite www.gypt.org, Bild “Kingfisher the Anemometer” von Ingrid Taylar

Aufgabenstellung zum "Wilberforce Pendulum" auf der Wettbewerbseite www.gypt.org, Bild von Skitterphoto, Pixabay License

Unter den Schülerwettbewerben im Bereich Physik ist der German Young Physicist’s Tournament (GYPT) gewissermaßen die Königsklasse: Jede:r Teilnehmer:in sucht sich aus einer Liste anspruchsvoller experimenteller Fragestellungen eine aus und stellt dazu eigene, selbst konzipierte Experimente und Messungen an, wertet sie aus, sucht theoretische Erklärungen und Modelle und präsentiert ihre Ergebnisse schließlich, wie unter Physik-Profis üblich, in englischer Sprache.
Ein Wettbewerb also für Physik-Cracks, denen keiner mehr erklären braucht, wie faszinierend Physik ist.

Wie so vielen Dingen hat die Corona-Epidemie in diesem Jahr auch dem GYPT ihren Stempel aufgedrückt. Von all den Wettbewerbsaktivitäten, dem gemeinsamen Forschen und Experimentieren in Arbeitsgruppen, Kursen und informell organisierten Gruppen an den GYPT-Stützpunkten, Schülerforschungszentren und Schulen konnten unter Corona-Bedingungen die meisten nicht oder nur eingeschränkt oder, so weit wie möglich, ins Digitale verlegt, stattfinden.

All dem zum Trotz hat sich eine beeindruckende Zahl von Schüler:innen die Teilnahme am GYPT nicht nehmen lassen. In Hamburg kamen zum Regionalwettbewerb am 23. Januar sechs Nachwuchsphysiker:innen zusammen, die zuvor ihre Wettbewerbsprojekte zu Hause umgesetzt hatten, an Küchentischen, in Kellerräumen oder wo auch immer es eben unter Corona-Bedingungen möglich war und mit den Mitteln, die unter den gegebenen Bedingungen verfügbar waren. Die „Fights“, also die Präsentationen der Projektergebnisse und die anschließende Debatten mit einem anderen Team, die sonst immer am GYPT-Stützpunkt an der Sankt-Ansgar-Schule stattfinden, mussten diesmal digital ausgetragen werden. Am Ende des über BBB hervorragend organisierten, trotz der räumlichen Distanz intensiven, konzentrierten Samstags stand das Siegerteam fest: Vincent Piegsa (Luisen-Gymnasium, Hamburg) und Emilia Frederiksen (Sachsenwaldschule, Reinbek) holten sich das Ticket für den Bundeswettbewerb am ersten Märzwochenende.

Auch der Bundeswettbewerb am 6.-7. März musste digital durchgeführt werden. Eineinhalb Tage, die angefüllt waren mit GYPT-Fights zwischen den in den Regionalwettbewerben erfolgreichen knapp 60 Schüler:innen, bedeuteten noch einmal höhere Anforderungen, einerseits an Konzentration und Einsatz der teilnehmenden Teams, andererseits an das Organisationsteam, das alle über ganz Deutschland verstreut vor ihrem eigenen Rechner sitzenden Teilnehmer:innen und Jurymitglieder koordinieren sowie die technische Infrastruktur bereitstellen und am Laufen halten mussten - einschließlich der präzisen Einhaltung der Zeitvorgaben bei den Fights.

Zur allgemeinen Freude und Erleichterung funktionierte alles bestens – von all den Reserve-Zeitslots, Sicherheitsreserven und Notfallplanungen, die das Organisationsteam bereithielt, wurde praktisch nichts benötigt. Es war ein wunderbares Wettbewerbswochenende mit vielen tollen, überzeugenden Präsentationen und starken Debatten. Einige der vorgestellten Experimente und Messaufbauten ließen die besonderen Entstehungs- und Arbeitsbedingungen während der Corona-Zeit durchaus erkennen. Vor allem beeindruckten, mit wieviel cleveren Ideen, Improvisationstalent und Phantasie die Teilnehmenden ihre Wettbewerbsprojekte auch unter den gegebenen Einschränkungen umgesetzt haben, so auch das Hamburger Team mit spannenden Präsentationen zu den Wettbewerbsaufgaben „Wind Speed“ und „Wilberforce Pendulum“.

Nachdem sich in einem hochklassigen Finale das Team aus Hameln durchgesetzt hatte, wurden schließlich am Sonntagmittag die Sieger:innen und die Zweit- und Drittplatzierten geehrt sowie die Nationalauswahl für den IYPT bekannt gegeben, den Physikwettbewerb, der den GYPT auf internationaler Ebene fortsetzt.

Beim abschließenden Fazit herrschte große Einigkeit, dass der GYPT, so wie ihn diesmal alle Beteiligten erlebt haben, im nächsten Jahr eigentlich nur in einer Hinsicht noch zu verbessern wäre: Indem er – hoffentlich – wieder ohne Corona-Einschränkungen stattfinden kann und damit auch der Bundeswettbewerb wieder im Physik-Zentrum in Bad Honnef mit seiner speziellen, großartigen Atmosphäre!

Am SFZ Hamburg findet ihr einen GYPT-Treffpunkt, bei dem sich Physikbegeisterte ab der 9. Klasse donnerstags um 16 Uhr austauschen und gemeinsam an spannenden physikalischen Phänomenen arbeiten können.
Die neuen GYPT-Aufgaben werden im Juni/Juli 2021 herauskommen. Wer dann schon sofort loslegen möchte, kann sich auch in den Sommerferien per E-Mail an uns wenden. Unser Betreuer schickt gerne erste Tipps, Bastel- und Lektüreanregungen.