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Abenteuer einer Astronautin

Frau Cristoforetti beantwortet alle Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Frau Cristoforetti bei ihrem Vortrag mit vielen Bildern und Videos, die Ihre Erlebnisse veranschaulichen.

Später nahm Frau Christoforetti sich sogar noch die Zeit für einen Rundgang durchs SFZ Hamburg und ließ sich ein paar aktuelle Forschungsprojekte vorstellen.

v.l.n.r: Italiens Generalkonsul Giorgio Taborri, Geschäftsführerin SFZ Hamburg Dr. Janine Radtke, ESA Astronautin Samantha Cristoforetti und die Leiterin des Istituto Italiano di Cultura Hamburg Nicoletta Di Blasi

Was junge Menschen in ihrer schulfreien Zeit in der Grindelallee 117 machen, machte sie im All: forschen und experimentieren, vom 3D-Druck bis zur biologischen Analyse. Die Hamburger Schüler*innen ganz geerdet, sie in der Schwerelosigkeit. Die Rede ist von Samantha Cristoforetti, der ersten Italienerin in den Besatzungen der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Sogar ein Asteroid wurde nach ihr benannt: 15006 Samcristoforetti

Von ihrer Ausbildung, ihrer Astronauten-Lehrzeit bis hin zur Vorbereitung auf die Mission im Weltall und den erstaunlichen Erfahrungen während des Aufenthaltes im All berichtete die Astronautin den gespannt zuhörenden Schülern am 6. Dezember 2019 in Hamburg. „Wir freuen uns, dass Frau Cristoforetti, Ingenieurin und Astronautin, der Einladung des Istituto Italiano di Cultura gefolgt und bei uns zu Gast im Schülerforschungszentrum Hamburg ist, um die Jugendlichen ganz praxisnah für die MINT-Fächer zu begeistern“, sagte Dr. Janine Radtke, Geschäftsführerin des SFZ Hamburg.

Die 42jährige Italienerin hatte Einiges zu berichten und zeigte viele Bilder und Filme von ihren Erlebnissen im Weltall. Die zahlreichen Fragen der Schüler*innen drehten sich vor allem um ihre Ausbildung zur Astronautin, das Leben an Bord der Raumstation und die Experimente. So wollte eine Schülerin wissen, wie das Weltall riecht bzw. ob Frau Cristoforetti besondere Gerüche in Erinnerung geblieben sind. Die Fragen, ob sie an extraterrestrisches Leben glaubt, wie man sich im Weltall duscht und welche Star-Trek-Figur ihr Liebling ist, durften auch nicht fehlen.

Organisiert wurde die Veranstaltung mit Unterstützung der ESA, des Istituto Italiano di Cultura, der Körber-Stiftung, des Referats Europapolitik der Senatskanzlei und der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg.

Samantha Cristoforetti – der Weg einer Frau ins All

Schon als Kind war Samantha Cristoforetti absoluter Star-Trek-Fan und las sämtliche Science-Fiction-Bücher, die sie finden konnte. Sie studierte Maschinenbau an der Technischen Universität München, in Toulouse und in Moskau und schloss eine Ausbildung an der italienischen Luftfahrtakademie an, die sie 2005 als Offizierin und mit einem Bachelor-Abschluss in Luftfahrtwissenschaft verließ – konsequent verfolgte sie ihr Ziel, das Weltall. In den Vereinigten Staaten von Amerika nahm sie am Euro-Nato Joint Jet Pilot Training teil. 2009 wurde Samantha Cristoforetti dann tatsächlich als ESA-Astronautin ausgewählt, unter mehr als 8.400 Mitbewerbern. Am 23. November 2014 startete sie mit zwei Kollegen vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan, Mission Futura.

Die Mission auf der Internationalen Raumstation ISS

Nach 199 Tagen im All, dem derzeit längsten Raumflug eines Europäers, kehrte sie am 11. Juni 2015 zur Erde zurück. Auf dem Programm während ihres Aufenthaltes auf der ISS standen Experimente zur Humanphysiologie, zur biologischen Analyse und zum 3D-Druck in Schwerelosigkeit, um etwa Ersatzteile für die Station selbst ohne Schwerkraft und ohne Abhängigkeit von bodengebundenen Lieferungen zu drucken. Samantha Cristoforetti berichtete live aus dem Weltraum, über das Internet und soziale Netzwerke.

Neue Abenteuer der Astronautin

Nach „oben“ kommt „unten“. Im Juni 2019 startete die Astronautin ein neues Abenteuer: Sie tauschte ihren Raumanzug gegen eine Unterwasserausrüstung und führte die internationale Forschungs- und Erkundungsmission in die Tiefen des Atlantiks, die NASA-Expedition Neemo 23 – Nasa Extreme Environment Mission Operations.

Live-Mitschnitt der Veranstaltung

Für alle, die nicht dabei sein konnten, gibt es hier den Link, unter dem der Vortrag anzuschauen ist: https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/25496

Bericht von NDR Info

NDR Info hat einen Radio-Beitrag dazu unter dem Titel „Wie riecht eigentlich das Weltall“ ausgestrahlt, der hier auch nachträglich noch einmal anzuhören ist.

 

Copyright der Bilder auf dieser Seite: SFZ Hamburg, Fotografin: Claudia Höhne