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Geowissenschaftliches Forschen im Harz

Das Nachwuchsforscherteam mit ihrem Betreuer auf der Staumauer der Granetalsperre

Spuren des untermeerischen Vulkanismus, sog. Kissenlava

Sieben Schülerinnen und Schüler sind vom 17. bis 20. Juni  2019 im Harz auf einer geologischen Exkursion und führen dort die Feldarbeit für spätere Analysen und Auswertungen für ihre Projekte durch. Wolfgang Fraedrich, Lehrer am SFZ Hamburg, begleitet sie und leitet sie bei ihrer geologischen Feldarbeit an.

Der Harz ist ein im Mittel etwa 300 Millionen Jahre altes Gebirge, dessen „Lebenskurve“ längst überschritten ist, denn aus einem ehemaligen etwa 4000 m hohen Gebirge ist nur noch ein „Rumpf“ übriggeblieben, dessen höchster Gipfel der Brocken mit 1142 m ist. Geologen sagen immer „Wenn man die Geologie des Harzes verstanden hat, hat man auch die Geologie insgesamt verstanden“, entsprechend komplex und schwierig ist der Einstieg.

Die Arbeit verläuft daher „angemessen portioniert“ für jedes der aus der Forschungsreise entstehenden fünf Projekte: so, dass jeweils ein kleiner Ausschnitt aus der erdgeschichtlichen Entwicklung des Mittelgebirges erarbeitet wird. Da sind die Nachwuchsforscher auf den Spuren des zweiten Massensterbens der jüngeren Erdgeschichte von 372 Millionen Jahren ebenso wie auf den Spuren des untermeerischen Vulkanismus, der die „Geburtsstunde“ dieses variskischen Gebirges gewesen ist.

Vor Ort werden daher verschiedene Lokalitäten angefahren, an denen die geologische Feldarbeit erledigt wird. Dazu gehört es, erkennbare Strukturen in einem Aufschluss zu erkennen und zu skizzieren, Gesteine und Gesteinsschichten zu bestimmen, Gesteinsschichten ggf. auszuzählen und zu vermessen, die Lage von Gesteinsschichten und ihre Fallrichtung und ihren Fallwinkel zu bestimmen, die Lage des Aufschlusses nach nördlicher Breite und östlicher Länge zu ermitteln, alle vor Ort ermittelten Ergebnisse in einem Feldbuch zu dokumentieren, von der Fundstelle verschiedene Fotos zu machen und schließlich das anstehende Gestein gezielt zu beproben, um in den Gesteinen später im Labor die Informationen zu lesen, die das Gestein (wie ein geologisches Geschichtsbuch) enthält.

Die jungen Geologen haben Tagebuch geführt. Auf der website des Gymnasiums Heidberg sind die Tagesberichte nachzulesen: https://www.gymnasium-heidberg.de/harz-2019/

Die Schülergruppe wird auch mit dem SFZ Hamburg zusammenarbeiten. Von hier aus nutzen sie dann auch das Netzwerk, in das verschiedene Labore zur Analyse der Gesteine eingebunden sind.

Ihre Ergebnisse werden die Nachwuchsforscher im Februar 2020 beim Regionalwettbewerb Jugend forscht präsentieren.